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Bönsel & T. Gregor: Die Schalksbachteiche bei Herbstein
BNH 6, 72-102 (1992)
Zusammenfassung:
Das für seine seltenen Wasser-
und Grünlandpflanzen bekannte Gebiet der Schalksbachteiche bei Herbstein
(Vogelsbergkreis, Hessen) wurde 1991 auf das Vorkommen von Gefäßpflanzen,
Vögeln und Tagfaltern untersucht.
Ein mehr als 10 ha einnehmendes,
durch extensive Beweidung erhaltenes Vorkommen des Molinietum nardetosum
strictae mit eingestreuten Beständen des Juncetum squarrosi ist in
dieser Ausdehnung in Hessen heute einmalig. Unter den Wasser- und Sumpfpflanzengesellschaften
sind das Littorello-Eleocharitetum, das Eleocharito-Caricetum und das Leersietum
oryzoidis besonders bemerkenswert. Die hier vorkommenden Pflanzenarten
Elatine
triandra, Elatine hydropiper, Leersia oryzoides
und Eleocharis
ovata besitzen nur noch wenige weitere Wuchsorte in Hessen. Bemerkenswert
ist ferner das Auftreten von durch Riccia huebeneriana
dominierter
Initialstadien des Eleocharito-Caricetum.
Unter den bemerkenswerten Tagfalterarten
tritt die als Eiszeitrelikt angesehene Proclossiana eunomia recht
häufig auf. Diese auf ungenutzte Bestände von Polygonum bistorta
angewiesene
Art hat offenbar von der Aufgabe der Mahdnutzung der Borstgras-Pfeifengras-Wiese
profitiert. Fabriciana adippe, Mesoacidalia aglaja und Lycaena
hippothoe sind dagegen seitdem aus dem Gebiet verschwunden.
Die Schalksbachteiche, welche bereits
von Bohn (1981) als besonders schutzwürdiges Gebiet von nationaler
Bedeutung bezeichnet wurden, können auch heute noch mit diesem Prädikat
belegt werden. Gefahren drohen durch eine Intensivierung der Teichwirtschaft,
die bereits genehmigte Einlagerung von Holz in den unteren Teich, die Anlage
von Weihnachtsbaumkulturen und die absehbare Aufgabe der Beweidung.
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